01.12.2017 Kategorie: Indoor Volleyball Geschrieben von: GSGL

Strategie 2024: Präsidentin Nora Willi im Interview

Anlässlich des Volleyballparlaments 2017 präsentierte Swiss Volley den Regionen und Klubs die „Strategie 2024“, welche den Grundgedanken einer gemeinsamen Volleyballkultur vorsieht.


 

 

Im Interview erklärt Swiss Volley Präsidentin Nora Willi, was sich der Verband für die kommenden sieben Jahre auf die Fahne geschrieben hat, warum eine gesunde Basis Voraussetzung für eine erfolgreiche Spitze ist und was es braucht, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen.

 

Nora Willi, was sind die wichtigsten Punkte der „Strategie 2024“?
In der ‚Strategie 2024’ sollen sich alle Mitglieder der Schweizer Volleyballfamilie wiederfinden, egal ob Sportler, Trainerin oder Ehrenamtliche im Verein. Im Fokus stehen ausgebaute Schnittstellen zwischen Indoor und Beach, ein solider Breitensport mit mehr Lizenzierten sowie Investitionen in den Nachwuchs, in die Ausbildung und ins Profitum. Bis 2024 soll die Schweiz über die nächste Olympiamedaille im Beachvolleyball jubeln können.

Bis in sieben Jahren soll es also mehr Schweizer Volleyball-Profis geben und sogar eine weitere Olympiamedaille. Warum ist das wichtig und wie soll das gelingen?
Vorbilder wie Laura Künzler, die sich in der 1. Bundesliga gerade gehörig Respekt verschafft, oder unsere Beachvolleyballteams, die Weltklasse-Potenzial haben, sollen keine Ausnahme sein, sondern die Regel. Swiss Volley will optimale Rahmenbedingungen schaffen, um alle zwei Jahre vier bis sechs Athletinnen und Athleten den Schritt ins Profitum zu ermöglichen – verbunden mit einer langfristig erfolgreichen Entwicklung. Konkret sollen einerseits Talente früher gefördert und individueller begleitet, andererseits aber auch die Trainer durch eine einheitliche Ausbildungsphilosophie gestärkt werden.

Wo bleibt in der neuen Strategie der Breitensport?
Der Breitensport ist die Basis oder im übertragenen Sinne das Zuhause unserer Volleyballfamilie, ohne die wir langfristig keine erfolgreiche Spitze betreiben können. Es ist uns ein grosses Anliegen, den Austausch mit den Regionen und Vereinen zu intensivieren. Anfang November hat der erfahrene Luca Balduzzi für genau diese Themen die Geschäftsstelle verstärkt. Ausserdem fokussieren wir künftig noch stärker auf die Nachwuchsarbeit wie beispielsweise Kids Volley. Und wir wollen die Trainerinnen und Trainer in ihrer Arbeit substantiell unterstützen. Volleyball und Beachvolleyball soll als Sportart noch populärer werden. Wir sind heute bereits die zweitgrösste Mannschaftssportart und wollen es mit mindestens 45'000 Lizenzierten im Jahr 2024 weiterhin bleiben.

Die Umsetzung der neuen Strategie verlangt zusätzliche finanzielle Mittel. Wo generiert Swiss Volley mehr Geld?
Der Verband lanciert mit der neuen Positionierung eine mehrjährige Investitionsphase. Auf der Geschäftsstelle wurden in den Bereichen Verbandsentwicklung, Trainerausbildung und Vermarktung neue Stellen und Angebote geschaffen. Diese sollen durch Mehreinnahmen im Sponsoring und durch die erhöhte Anzahl der Lizenzierten kompensiert werden können.

Wo siehst du Swiss Volley in sieben Jahren?
Ich sehe einen finanziell gesunden und erfolgreichen Verband, der im Schweizer Sport nachhaltig an Gewicht gewonnen hat. Einerseits durch das Wachstum im Breitensport und anderseits durch Erfolge im Spitzensport. Swiss Volley wird eine solide Basis aufweisen für den nächsten Schritt in die Zukunft.